Kapitel 3

9. März 2009 at 19:32 (Kapitel 3)

Grübelnd radelte ich die Nibelungenstraße Richtung Schlosspark entlang. Benno ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren und sich darauf versteifen. Das kann auch ein Reinfall werden und er passt gar nicht zu mir, dachte ich. Ich musste einfach alles auf mich zukommen lassen.
Ich atmete tief durch fing an, einen Lieblingssong nachzupfeifen und genoss den Fahrtwind.
Im Schlosspark angekommen spazierte ich über die Wege zwischen den alten hohen Bäume hindurch, die angenehmen Schatten spendeten. Wenig Menschen waren an diesem Tag unterwegs. Die Ferien waren bereits vorüber. Ich freute mich schon richtig, meinen Lieblingspark in Ruhe genießen zu können. An einem verschwiegenen See im Park räkelte ich mich unter einer Weide auf einer Parkbank und ließ erstmal meine Seele baumeln. Ein paar Wildenten schwammen in meine Richtung und quakten mich vergnügt an. „Na, wollt Ihr was zum Fressen?“. Ich holte ein Stück Brot aus meiner Provianttasche und gab den Enten ein paar Stückchen von dem Brot. Schon kamen auch ein paar Fische angeschwommen um ein paar Krümel abzukriegen. Ein kleines Lüftchen wehte durch die Weide. Es war angenehm warm, nicht mehr so heiß wie vor ein paar Wochen noch. Ich liebte den Herbst. Wenn die Natur zur Ruhe kam. Das Frühjahr mochte ich zwar auch ganz gern, aber der Herbst war mein Lieblingsmonat. Besonders im Schlosspark war diese Idylle zu spüren. Hier atmete die Erde, man spürte das Alter der schönen hohen Bäume und der malerischen Gebäude.
Ich holte mein Buch hervor, das ich zur Zeit las und räkelte mich wieder auf die Parkbank. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab und ich sah sein Gesicht vor mir, wie er mich anlächelte. Schließlich hatte ich denselben Absatz meines Buches schon das 5. Mal gelesen, als ich es aufgab. „Jetzt benimm Dich nicht wie ein Teenager“ sagte ich laut zu mir selbst und richtete mich auf. „Quak, quak, quak!“ ein Erpel schwamm aufgeregt einer Entendame hinterher, die vor ihm flüchtete. Nicht mal bei den Tieren ist es einfach mit der Liebe, dachte ich und musste innerlich über mich selbst lachen.
Mein Handy klingelte. Es war meine Freundin Anna. „Hallo – Anna, was gibt’s denn?“ begrüßte ich sie. „Hallo Nelly, ich wollte nur mal hören wie es Dir geht. Was machst Du so in deinem Urlaub zu Hause?“ fragte sie mich. „Ach, ich räkle mich hier auf einer Parkbank im Schlosspark und genieße das laue Lüftchen!“ erwiderte ich. „Gut dass Du anrufst, Du musst mir heute Abend unbedingt bei meiner Kleidung helfen. Ich hab da nämlich heute Morgen so einen Typen kennengelernt. Süß sag ich Dir!“ erzählte ich. „Na Du bist ja eine Aufreißerin, kaum hast Du Urlaub, schmeißt Du Dich gleich jemanden an den Hals, ha ha!“ lachte sie. „Wie ging das denn so schnell? Ich lerne nicht mal im Internet einen vernünftigen Mann kennen.“ hakte sie nach. „Naja, ob er vernünftig ist und ob sich was daraus entwickelt, wird sich erst noch zeigen, unsere Bekanntschaft hat nämlich schon etwas kompliziert begonnen!“ erklärte ich schnell, da ich wusste, wie lange und verbissen Anna schon einen Mann suchte. Sie war da viel ungeduldiger als ich und wollte auf keinen Fall allein bleiben. „Das musst Du mir aber erklären.“ sagte Anna verwundert. „Ich erzähl Dir alles heute Abend, hast Du um halb sieben Zeit?“ fragte ich sie. „Für Dich habe ich immer Zeit, wenn ich auch ein wenig neidisch bin, dass Du Dich mit einem Mann triffst“! sagte sie. „Ach wart’s ab, Du wirst Deinen Traummann schon noch finden, wie gesagt, ich habe noch gar keine großen Hoffnungen wegen dem Treffen, erklär ich Dir aber alles heute Abend. Bis um halb sieben oder?“. „Gut ich komme, dann kann Dir ja die Haare machen“ bot sie sich an, da sie gelernte Friseurin war. „Das wäre super – bis später dann!“ verabschiedete ich mich.
Ich klappte mein Handy zu und war nach dem Gespräch wieder total aufgekratzt. Langsam wurde mir bewusst, dass ich mir doch ein wenig mehr von dem bevorstehenden Abend versprach. Ich stellte mir wieder sein Lächeln vor und grinste innerlich vor Vorfreude.
„Schluss jetzt!“ ermahnte ich mich selbst. Du bist eine erwachsene Frau, reiss Dich mal zusammen, dachte ich für mich selbst.
Ich beschloss, da ich eh nicht mehr die Ruhe zum Lesen und Dösen hatte, langsam aufzubrechen und lieber noch im Café Kaktus im Park einen Kaffee zu trinken und hoffte, dort mehr Leute um mich zu haben, damit ich ein wenig abgelenkt war.
Ich suchte mir einen Platz, an dem ich den gesamten Gartenbereich überblicken konnte und bestellte mir einen Kaffee Latte. Es waren zwar nur wenig Leute da, aber ich war nicht ganz allein. Ein älteres Ehepaar unterhielt sich Händchen haltend an einem Nebentisch. Toll, dachte ich, die Liebe gibt es doch in jedem Alter. Man darf die Hoffnung nie aufgeben. Ach wie schön wäre es doch, auch endlich jemanden an der Seite zu haben und stellte mir vor, wie ich mit Benno Arm in Arm auf verschwiegenen Wegen im Schlosspark schlendere.
Im Café zu sitzen war somit auch nicht das Wahre, am besten machte ich mich auf den Heimweg. Also bezahlte ich meinen Kaffee und ging Richtung Ausgang.
Gemütlich und immer noch gedankenverloren radelte ich Richtung Rotkreuzplatz, dieses Mal fuhr ich am Nymphenburger Kanal und dann die Renatastraße entlang zurück, als plötzlich von links ein Auto aus einer Seitenstraße schoss und ich eine Vollbremsung machen musste.

Fortsetzung folgt…….
Ist Nelly etwas passiert? Sollte der Traum nun schon zu Ende sein? Wird es nichts aus der Verabredung? Nelly hatte doch nicht mal eine Telefonnummer von diesem Benno!

Wie es weitergeht, erfahren Sie beim nächsten Mal!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.